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Westwood wurde in der Nähe von Manchester geboren. Ihre Mutter war Weberin, ihr Vater Schuhmacher. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Familie ein kleines Postamt in der Gemeinde Tintwistle. Westwood besuchte nur ein Semester lang die Harrow Art School, wo sie Mode und Silberschmiedekunst belegte, doch konnte sie sich als Arbeiter-Tochter noch keine berufliche Zukunft damit vorstellen. Daraufhin absolvierte sie eine Lehrerausbildung und unterrichtete dann ab 1961 an einer Grundschule im Norden Londons. Sie heiratete 1962 den Werkzeugmacher Derek Westwood und hatte mit ihm den Sohn Benjamin Arthur (Ben). Nach drei Jahren flüchtete sie mit Ben nach Nordwales und ließ sich wieder scheiden. Dann traf sie Malcolm Edwards (alias McLaren), bekam 1967 einen weiteren Sohn und unterrichtete noch bis 1971. Als Mutter zweier Söhne begann sie vermehrt, ihre eigene Kleidung zu schneidern.

Sie zerlegte Kleidung, um den Schnitt herauszufinden und nähte dann alles originalgetreu wieder zusammen. Diese Angewohnheit, den Dingen auf den Grund zu gehen, bewahrte und perfektionierte sie bis zum heutigen Tage. Die Radikalität ihrer Einstellung sollte sich nicht nur auf die Mode beschränken. Die aus der Not geborene Tätigkeit entwickelte sie bald zu einer ansehnlichen Fähigkeit.

Sie gründete in der Londoner „King’s Road 430“ ihre erste Boutique „Let it rock at Paradise Garage“. Der Hauptanteil der Kleidung ging an „Teds“, Teddyboy-Anzüge. Als der Rassismus und Sexismus der Teds immer offensichtlicher wurde, schloss sie ihren Laden.

Das nächste Geschäft im Frühjahr 1973 benannte sie in Erinnerung an den frühen Tod der Schauspielerikone James Dean „Too Fast To Live, Too Young To Die“. Ende 1974 änderte man wieder den Namen in „Sex“ und das Sortiment wechselte auf Erotikwäsche und SM-Artikel.

 

Die Radikalisierung von Westwoods Weltsicht spiegelte sich auch in der weiteren Namensgebung ihrer Boutiquen: „Seditionaries – Clothes for Heroes“ („Aufwiegler“) und „World’s End“.

1974 übernahm ihr Mann McLaren das Management der New York Dolls und ein Jahr später der Sex Pistols. 1983 trennten sich Westwood und McLaren. Heute möchte Vivienne Westwood nicht mehr auf das Label der „Queen of Punk“ festgelegt werden.

Sie gilt als eine harte Arbeiterin und strenge Kritikerin. Noch 1993 wohnte sie bescheiden in einer Sozialwohnung. Mittlerweile gilt sie als die führende Institution von Mode made in England. John Fairchild, der damalige Herausgeber des Modeblatts Women's Wear Daily erkor sie 1989 neben Yves Saint Laurent, Emanuel Ungaro, Giorgio Armani, Karl Lagerfeld und Christian Lacroix zu einem der sechs wichtigsten Modemacher unserer Zeit.

Berühmt wurde sie durch ihre neu und exzentrisch zusammengesetzten Kombinationen von historischer Bekleidung, seltenem Textilgewebe und Webmustern (Dessins). Einer gewissen Vorliebe zu schottischen Karos ist sie bis heute treu geblieben. Auch ethnische Einflüsse verarbeitet sie gerne in ihren Entwürfen. Mode sollte nach ihrer Auffassung die Individualität herausstreichen.


Die Westwood-Kollektionen sind folgendermaßen unterteilt:
Gold Label - zum Teil handgefertigte, hochpreisige Damen-Luxuslinie für die Modenschauen in Paris; hergestellt seit 1981 in Großbritannien
Anglomania - weniger formelle, modische Damen-Brückenlinie; hergestellt seit 1997 in Italien.
Red Label - lässige, trendige Damen-Zweitlinie für die Modenschauen in London; hergestellt seit 1989 in Italien.

© Foto von Marianne Rogalli 2013

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