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Thierry Hermès, 1801 in Krefeld geboren, absolvierte zunächst eine Sattlerlehre. Von 1794 bis 1814 war Krefeld und das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiertes Territorium. Nach seiner Heirat mit einer Französin zog Hermès 1828 nach Paris und eröffnete 1837 sein erstes Ladenlokal in bester Lage nahe der Madeleine. Er stellte hochwertiges Pferde-Geschirr und Zaumzeug sowie ab 1867 Sättel für Pferde her, die heute noch immer verkauft werden. Statt eines Autos besaßen die Menschen zu dieser Zeit Pferdekutschen. Für die wohlhabende Klientel bot das Haus Hermès hochwertige Ausrüstung wie Sättel und Pferdeschirr im gehobenen Preissegment an.

Im Jahr 1890 wurde das Sortiment unter der Leitung seines Sohnes Charles-Émile Hermès (1835-1919) um hochpreisige Koffer und Ledertaschen erweitert, da Eisenbahn und Auto mit der Zeit die Pferdekutschen von den Straßen verdrängten.
Im Jahre 1880 war das Unternehmen Hermès in die elegante Pariser Rue du Faubourg Saint-Honoré Nr. 24 gewechselt, seitdem der Stammsitz der Firma. Auf einer Russlandreise wurde Hermès vom Zaren zum offiziellen Hoflieferanten ernannt. Seine Handtaschen wurden erstmals ab den 1920er Jahren eingeführt. Die hervorragende handwerkliche Bearbeitung, die luxuriösen Materialien und ihre lange Haltbarkeit machten die Hermès-Produkte rasch in ganz Europa bekannt.

Seine Söhne Émile Maurice und Adolphe folgten als Geschäftsführer des Unternehmens. In dieser Zeit hieß das Unternehmen Hermès Frères.
Die typisch orangefarbenen Verpackungen (Kartonagen, Einkaufstaschen, Hutschachteln) und das Logo einer vom Fahrgast selbst gesteuerten Pferdekutsche namens Le Duc wurden in den 1950er Jahren kreiert. In den 1970er Jahren hatte Hermès das Image einer Marke für wohlhabende, ältere Damen. Die Leitung verjüngte die Kollektionen, stellte neue Designer ein, lancierte das Uhrengeschäft und forcierte den Ausbau des Boutiquen-Netzwerks. 1993 ging das Unternehmen Hermès an die Pariser Börse.
Das Unternehmen Hermès ist bis heute weltweit für seine hochwertige Handwerkskunst bekannt.

Seit 1937 befindet sich Hermès in Familienbesitz.

 

Bei ausgewählten Produkten werden sämtliche Produktionsschritte von einem Mitarbeiter alleine ausgeführt. Für bestimmte, in Handarbeit gefertigte Taschen, ist die Nachfrage so hoch, dass es lange Bestelllisten gibt und die Wartezeit viele Monate bis einige Jahre beträgt.

Die 1892 eingeführte Herren-Reisetasche nennt sich wegen ihrer langen Henkel "Haut à Courroies", kurz HAC. Es erschien die erste Wolldecke unter dem Namen "Rocabar" und ab 1922 fertigte Hermès Ledergürtel, die bis heute bei bestimmten Modellen mit einem großen "H" als Schließe versehen sind. Ende der 1920er Jahre kamen Lederbänder für Armbanduhren zum Sortiment hinzu, 1928 brachte Hermès die in Leder gefasste Ermeto-Taschenuhr auf den Markt.
In den 1930er Jahren wurde eine von Robert Dumas konzipierte, zunächst wenig erfolgreiche Version der Herren-Reisetasche für Damen als "Petit Sac Haut à Courroies" eingeführt, die 1956 von der Fürstin Gracia Patricia von Monaco, besser bekannt als Grace Kelly, auf einem Titelbild von Life getragen wurde. Seither heißt das Modell Kelly Bag und gehört zu den bekanntesten Produkten des Unternehmens. Ein weiteres, sehr begehrtes Modell, ist die Birkin Bag von 1986. Sie ist benannt nach der Schauspielerin Jane Birkin, die am Design der Tasche mitgearbeitet hatte, nachdem sie im Flugzeug zufällig neben Jean-Louis Dumas, damals Vorstandsvorsitzender von Hermès, gesessen hatte.
Beide Taschen sind heute zwei der meistverkauften Modelle des Unternehmens, es gibt sie in den verschiedensten Größen, Farben und Materialien und sie haben mit dazu beigetragen, dass Hermès heute zu den bedeutendsten Luxusmarken der Welt gezählt wird. Eine Hermès-Birkin kostet – je nach Ausführung – 3.000 bis 25.000 Euro.

Ebenfalls berühmt sind die handbedruckten Seidentücher mit Motiven, die sich häufig auf den Reitsport beziehen. Sie werden seit 1937 in Lyon hergestellt. Es existieren weit über tausend Motive des Carré Hermès, in jedem Jahr kommen zwölf neue Tücher hinzu.

Verantwortlich für die modernen Damenkollektionen war zu Anfang ein Design-Team, zu dem auch der spätere Bottega Veneta Designer Tomas Maier gehörte, 1997 der belgische Avantgarde-Designer Martin Margiela, 2004 der französische Designer Jean-Paul Gaultier, seit 2011 Lacoste-Designer Christophe Lemaire.

© Fotos von Marianne Rogalli 2013

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