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John Galliano wurde 1960 in Gibraltar geboren. Sein Vater, ein Klempner, stammte aus Gibraltar und seine Mutter, eine Tänzerin, war Spanierin. Er zog mit seiner Familie bereits als Sechsjähriger nach South London, wo er die Schule und anschließend das College besuchte. Ein 1981 begonnenes Designstudium an der St. Martin’s School of Arts führte ihn erst im Abschlussjahr an das Modedesign heran, er schloss 1984 mit Auszeichnung ab. Als Abschlussarbeit zeigte er unter dem Namen „Les Incroyables“ (dt.: Die Unglaublichen) eine Modekollektion, die von der Französischen Revolution beeinflusst war und von dem renommierten Londoner Modegeschäft "Brown’s" aufgekauft wurde.

Im selben Jahr gründete der damals noch junge Designer mit Hilfe eines Investors sein eigenes Modeunternehmen mit Namen John Galliano. Die damalige Harper’s Bazaar Redakteurin Amanda Harlech stand Galliano für zwölf Jahre beratend zur Seite bevor sie 1996 als Beraterin zu Karl Lagerfeld wechselte.

Seine unkonventionellen Entwürfe zeigte Galliano ab 1985 bei der London Fashion Week. Im gleichen Jahr stellte er den Schneider Bill Gaytten an, der ein langjähriger Wegbegleiter werden sollte. 1986 zog sich der erste Investor zurück und Galliano erhielt finanzielle Unterstützung von einem dänischen Unternehmer, der die Zusammenarbeit allerdings 1991 beendete.

1987 erhielt Galliano die Ehrung „Britischer Designer des Jahres“ von den British Fashion Awards. In den Jahren 1994, 1995 und auch 1997, zusammen mit Alexander McQueen wurde ihm diese Auszeichnung erneut verliehen. Seine Karriere hatte damit zunächst nationalen, dann auch internationalen Zuspruch bekommen. Nach finanziell schwierigen Jahren in den 1980er Jahren, die ihn mehrfach an die Insolvenz führten, zeigte Galliano seine Entwürfe dank eines neuen Investors 1990 erstmals bei den Pariser Modeschauen und siedelte sein Unternehmen 1992 von London nach Paris um. Dieser Investor zog sich 1993 zurück. Die international renommierten Moderedakteure Anna Wintour und André Leon Talley hatten Gallianos Talent erkannt und beschafften ihm daraufhin neues Geld.

Bei der Galliano-Schau liefen auf Wintours Initiative die Models Kate Moss, Christy Turlington and Naomi Campbell ohne Bezahlung für Galliano, der dadurch mit seiner Kollektion große Aufmerksamkeit in der Modebranche erzielte.
Schließlich wurde der Eigentümer von LVMH, Bernard Arnault, auf Galliano aufmerksam und ernannte ihn 1995 zum Erstaunen in der Modeszene als Nachfolger von Hubert de Givenchy zum Chefdesigner bei Givenchy. 1996 übernahm LVMH einen Mehrheitsanteil an der damals neu gegründeten John Galliano SA; Galliano selbst behielt einen Minderheitsanteil an seinem Unternehmen.

 

1997 trat die Nachfolge von Gianfranco Ferré als Chefdesigner der Damenmode bei Christian Dior an. Das erste Dior-Modell von Galliano wurde von Prinzessin Diana bei der Ausstellung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Marke Dior im New Yorker Met Costume Institute getragen.

Für Dior erschuf Galliano in der Folge bombastische, mitunter skandalöse Haute Couture Roben, mit denen es Dior regelmäßig auf die Titelseiten der internationalen Presse schaffte, nicht weniger exzentrische Prêt-à-porter Modelle und kommerziell äußert erfolgreiche Accessoires wie beispielsweise die sogenannten Saddle Bag und Gaucho Bag Handtaschen.

Ab Anfang der 2000er Jahre wurden Gallianos Kompetenzen auf weitere Geschäftsbereiche bei Dior erweitert: Accessoires, Parfüm und Marketing.

Galliano selbst war bekannt dafür, dass er sich zum Schlussapplaus bei seinen Modenschauen in bisweilen überzogener Kostümierung und exaltierter Weise auf dem Laufsteg präsentierte.

2001 wurde Galliano von Königin Elisabeth II. zum Commander of the British Empire ernannt. Der Werbeauftritt für die Marke John Galliano ging 2002 online, 2003 öffnete die erste Galliano-Boutique in Paris und im gleichen Jahr wurde erstmals Galliano-Herrenbekleidung in Mailand präsentiert. 2006 wurde die Zweitlinie galliano by John Galliano lanciert, 2007 kam Galliano Kinderbekleidung auf den Markt.

Am 25. Februar 2011 wurde Galliano von Dior vorläufig suspendiert, weil er volltrunken mehrere Gäste eines Pariser Restaurants mit antisemitischen Aussagen beleidigt hatte. Am 1. März 2011 gab Dior die endgültige Trennung bekannt. Damit verlor er auch seinen Posten als Chefdesigner bei der Marke John Galliano. Galliano musste sich wegen des Vorfalls in Paris vor Gericht verantworten. Im Prozess sagte er aus, er habe unter enormem beruflichen Druck gestanden, immer mehr getrunken und Tabletten eingenommen. Am 8. September 2011 wurde er vom Pariser Strafgericht zu einer Geldstrafe von 6000 Euro auf Bewährung verurteilt. Galliano verklagte das Haus Dior nach seiner Entlassung auf 18,7 Millionen Euro Schadenersatz. Ein Gerichtsprozess wird gegen Ende 2013 erwartet. Der französische Präsident Francois Hollande entzog dem Modemacher 2012 per Dekret den Titel Ritter der französischen Ehrenlegion, der ihm 2009 verliehen worden war.

Seine Aufgaben bei der Modemarke Galliano übernahm nach Gallianos Ausscheiden sein Mitarbeiter Gaytten, der bis zur Ernennung von Raf Simons als Chefdesigner bei Dior im Jahr 2012 interimistisch ebenso für die Entwürfe der Damenmode bei Christian Dior verantwortlich war.
Anfang 2013 war Galliano für einige Wochen im Designstudio des US-amerikanischen Modedesigners Oscar de la Renta tätig. Ein für Mitte 2013 angesetzter Kurs an der New Yorker Parsons The New School for Design unter der Leitung von Galliano wurde nach einer Petition von Studenten gegen Galliano gestrichen.

© Fotos von Marianne Rogalli 2013

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